Dienstag, 17. Juni 2008

Fragezeichen

Du sprichst mich an
Hat dein Wort mich erkannt?
Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt

(Rose Ausländer)

Ich sitze mal wieder im Brain, der schönen Philologischen Bibliothek der FU Berlin, und bin noch ein wenig unruhig. Vielleicht weil die Sonne heute wieder scheint.
Heute oder morgen muss der RA-Block abgeschlossen werden, damit ich mir Herrn Fontane systematisch zu Gute kommen lassen kann. Das wird noch ein größerer Spaß werden, aber ich sage mal so: die Energie wird mit den zu bewältigenden Aufgaben frei gesetzt. In diesem Sinne: work on!

Dienstag, 10. Juni 2008

sommer

sprung-ins-wasser_Foto-hui-buh-photocase-com

ich denke, der sommer ist da. gestern habe ich auf einer anzeigentafel 33 grad entdeckt, heute sind es draußen 27 grad. puh. ganz schön warm.
neben der hitze haben mich noch zwei erlebnisse veranlasst, daran zu denken, dass es vielleicht doch schöner wäre, auf einem dorf am meer zu wohnen.

1. vorgestern bin ich schwimmen und gerade in der bikini-ankleidephase, als ich sich ein männliches wesen neben mich setzt und mich dumm anlabert, ganz in dem sinn, welcher diesem wort innewohnt und fragt mich: gehst du schwimmen? nein, joggen im bikini. aber guck mir ruhig weiter zu während ich mich umziehe. haben die leute gar keinen respekt mehr?
2. ich will tanken, vor mir ein vw-bus der ungünstig angehalten hat, ich hupe höflich (!), nichts tut sich, hinter mir das auto hupt aggressiver, dann setzt sich alles in bewegung. als die blonde fahrerin des vw-buses neben mir tankt, schreit sie mich an, ungefähr so: "bleib doch zu hause, wenn du nicht auto fahren kannst." "fahr du mal so ein großes auto." (my favorite) "halt die fresse." und dabei hab ich kaum was gesagt. haben die leute gar keinen respekt mehr?

so ist es, vielleicht sind die menschen innerlich aufgewühlt, weil es draußen so heiß ist. dann müssten die ostseeanwohner doch aber entspannter sein, oder?

Freitag, 6. Juni 2008

kein unterschlupf

herz-in-hand

nicht sich verstecken
vor den dingen
der zeit
in die liebe

aber auch nicht
vor der liebe
in die dinge
der zeit

(erich fried)

Mittwoch, 4. Juni 2008

Lyrik gibt es nicht

"Gedichte dienen zunächst dem Dichter zum Selbstverständnis, vor allem aber zur Bewältigung der Spannungen, die daraus entstehen, dass man sich Eindrücken und Erkenntnissen weder verschließen will oder kann, noch der so erlebten Welt, Umwelt oder Innenwelt gegenüber stumpf und zynisch werden kann oder will. Manche Menschen müssen dichten, „um das Leben ertragen zu können.“ Der Künstler muss also sehen, hören, denken, lernen, Gewohntes mit neuen Augen sehen, Getrenntes zusammendenken und zusammenfühlen, aufwachen, ehe er andere aufwecken kann. Das entspricht genau der Arbeit an den eigenen Gedanken- und Gefühlsstrukturen, die sich aus dem Zusammenprall mit der Welt ergeben.
Da ein Dichter von anderen Menschen nicht grundverschieden ist, können seine Bemühungen, seine Auseinandersetzungen mit sich in Worten zu spiegeln, auch anderen nützen, gleichzeitig Mensch und lebensfähig zu werden oder zu bleiben bzw. zu tun, was dazu nötig ist."

(Erich Fried)

***

Nachdem ich und die geehrte Frau Eickenrodt am Montag festgestellt haben, dass ich am 2. Juli meine Klausur schreibe und am 18. Juli die mündliche Prüfung absolviere, schüttet sich bei mir das Literatur-Adrenalin aus.
Gerade lerne ich Rose Ausländer, sehr schön. Ich suche Motive des Sprechens und Schweigens sowie der Heimat, wobei bei Motive ineinander über gehen, da Rose Ausländer im Exil ihre Heimat in der Muttersprache sucht und findet. Aber Kostproben gibt es sicherlich in nächster Zeit, da das mein Leben sein wird.
(Der Freund begibt sich übringens zeitgleich ins EM-Delirium, auch schön. So haben wir beide unsers.)

Die letzte Woche haben wir mit Sparplan machen (für Japan), dem supertollen Ärztekonzert (für die Nostalgie) und Gelddealer spielen (für M.) verbracht. War gut.

Freitag, 23. Mai 2008

one year

herz-in-hand-auf-decke_by-complize

Mittwoch, 21. Mai 2008

Wort an Wort

Wir wohnen
Wort an Wort

Sag mir
dein liebstes
Freund

meines heißt
DU


(Rose Ausländer)

Sonntag, 18. Mai 2008

so schmeckt der sommer

P5170441

Donnerstag, 15. Mai 2008

pusteblumenwiese

P5140390

Eine schöne Verwandlung vom Löwenzahn zur Pusteblume gibt es hier zu verfolgen. Man beachte auch die mundartlichen Bezeichnungen. Ein Spaß.

Zitat

Wir können vor lauter Angst nicht auf Zehenspitzen durchs Leben schleichen

Musik


Sophie Hunger
The Danger Of Light

Brandenburgische Wörter

(1) kaupeln (2) Plins (3) wa (4) lutschen (mit langem u) (5) nich (6) luntschen (7) tikschen (8) nüscht (9) zutschen (10) rückzu (11) schlurfen (12) schnurpsen

Suche

 

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
development