die tage kurz, die nächte lang

Es ist erst der sechste Tag im Januar und Weihnachten verschwimmt schon wieder im Nebel. Ich erhebe mich ganz schwer aus meiner Feiertagsruhe und schleiche seit zwei Tagen um meinen Schreibtisch und den Rechner. Heute hat mich das schlechte Gewissen gepackt. Da war es aber schon um sieben. Abends.
Mein Heimaturlaub gestaltet sich auch ein bisschen anders als gedacht, da der Freund mit schwerer Bronchitits im Bett liegt und ich schon mal übe, wie das ist, wenn die Kinder krank sind. Wäsche waschen, Essen kochen, gemeinsam essen, leise sein, Ermunterungen zwischendurch und immer wieder mitfühlende Blicke - der Husten hört sich echt nicht gut an.
Raus habe ich mich auch nicht getraut, also eigentlich hatte ich keine Lust, obwohl der Himmel metallblau strahlt und alles nach einem Spaziergang am Schlachtensee ruft.
Ich rufe mir lieber die Weihnachtserinnerungen wach und lese mich durch meine Bücher. Weihnachten, da habe ich mich sehr erholt, leckere Sachen gegessen, Schiffchen mit Genuss verspeist, mir den kalten Drei-Uhr-Wind um die Nase wehen lassen, mich in emotionaler Stabilität geübt und bin gescheitert, mich gefreut, dass der Freund und ich es auf so engem Raum und auf so lange Zeit so gut miteinander aushalten. Und ich habe gefühlte tausend Magazine gelesen, ein Traum.
Wieder zu Hause übe ich mich wie gesagt in Hausfrauen-Manier. Und das kommt dabei raus.

auch der herbst hat was - 6. Jan, 19:29







