Mittwoch, 2. Dezember 2009

einen platz haben

der winter hat berlin das frösteln übergestülpt. fast war ich ein wenig erschrocken, als ich heute das haus verließ und gleich den mantel enger zusammen halten musste. schön! es kündigen sich an: kalte tage, sonnensehnsucht, heimatgefühle und der geruch von warmen plätzchen.

als ich gestern ein bisschen murrte, dass unser weihnachten wieder hauptsächlich aus auto fahren und (sehr viel in zu kurzer zeit) essen besteht, wies mich mein gegenüber darauf hin, dass es keinen grund zum meckern gibt: es ist schön, überhaupt einen platz an weihnachten zu haben.

Freitag, 27. November 2009

warm durch den winter

der winter versteckt sich noch, aber ich habe mich bereits vorbereitet: ich habe alle teesorten ausprobiert, die sich bei mir im schrank finden, habe den schwibbogen aufgestellt und mir warme hausschuhe gekauft. mit denen kann ich nach schweden galoppieren, in gedanken.

Sonntag, 22. November 2009

weekending so slow

ich hatte ein fabelhaftes wochenende. das wochenende kündigte sich am freitag leicht traurig mit einer abschiedsparty an - auf wiedersehen in hamburg, ben! der samstag zeigte sich dann im schönsten sabbatsonnenscheingewand, das uns umfing, als der freund und ich am schlachtensee spazieren waren. am abend ein film mit freunden. ein ausführliches frühstück gab's heute und auch gestern und es wurden erste ideen für manjos hochzeit getauscht, exciting. ansonsten alles ganz relaxt, so ein wochenende gab es schon lange nicht. und jetzt schnell ins bett, damit die entspanntheit in die neue woche getragen wird. sleep well!

Freitag, 20. November 2009

brandenburgische momente

nach fast einer woche reise bin ich wieder glücklich in berlin gelandet. ich habe alle speisen meiner kindheit in dieser woche gegessen, was mich wohl noch ein weile beschwingt sein lassen wird: holundersuppe, quarkklitscher, kakao mit brötchen (immer am dienstag bei oma & opa!), hackepeter mit zwiebeln und selbstgemachter apfelkuchen. hm. lecker. mit ungefähr noch einmal so viel essen bin ich wieder angekommen, ich vermute, die eltern und großeltern glauben, ich wüsste nicht, wie man einen supermarkt benutzt. die freude meinerseits ist natürlich trotzdem groß. noch mehr als vom essen bin ich von brandenburgischen momenten gefüllt. alles ist braun und grün im november; nebel kriecht um die ecken, aber nur früh; sonnenaufgänge vorm fenster; ein hüpfender hund, der gute laune macht; kaffee bei papa; ein leicht modriger herbstgeruch; kiloweise äpfel, in kellern, stiegen, schalen, auf zeitungspapier, in händen und die letzten auf den bäumen; und ein heimatgefühl, beim bummel durch meine alte stadt.

Freitag, 13. November 2009

nach hause

Wo gehen wir denn hin?
Immer nach Hause.


Novalis

Dienstag, 10. November 2009

Und das Fallen musste ein Ende haben

Damals schrieb ich noch Briefe, glaubte noch an Geschriebenes, Gedrucktes, Gelesenes. Das tat ich inzwischen nicht mehr. Ich war Bibliothekarin an der Freiburger Universitätsbibliothek, ich arbeitete mit Büchern, ich kaufte mir Bücher, ja, gelegentlich lieh ich mir auch welche aus. Aber lesen? Nein. Früher ja, da schon, da las ich ununterbrochen, im Bett, beim Essen, auf dem Fahrrad. Doch damit war Schluss. Lesen, das war das Gleiche wie sammeln, und sammeln war das Gleiche wie aufbewahren, und aufbewahren war das Gleiche wie erinnern, und erinnern war das Gleiche wie nicht genau zu wissen, und nicht genau zu wissen war das Gleiche wie vergessen zu haben, und vergessen war das Gleiche wie fallen, und das Fallen musste ein Ende haben.

Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen. Kiepenheuer & Witsch. Köln, 2008. Seite 19f.

Montag, 9. November 2009

was schön ist

nach einem langen wochenende nach hause kommen, den schlüssel in die haustür stecken und wissen, ich bin da.
an einem sonntagmorgen aufwachen, sich von nebel umgeben wissen und fühlen wie, tatsächlich, im epizentrum eines wattebauschs.
menschen wiedertreffen.
ehrliche gespräche.
nachdenken.
anerkennung für seine arbeit bekommen. wo das herz dran hängt.
fast ein ganzes buch innerhalb von zwei tagen lesen. und nicht aufhören wollen.
den letzten zug nach berlin kriegen. und dort: ein kind, das zwei stunden durch den zug trappelt. hoch und runter. mama immer hinterher. das kind lacht wie nur kinder lachen können. echte freude.
freunde haben.
sehnsucht haben.

Montag, 2. November 2009

besser

sagen wir so: eine woche könnte besser beginnen. zuerst liege ich im bett (kurz vor sieben uhr), denke nach und warte, dass der freund vom sport kommt (sieben uhr), dann plaudern wir und planen uns durch die woche, schlafen nochmal ein, aber nur fast und dann (neun uhr) stelle ich fest, dass mein englischkurs heute um acht begann. ich diagnostiziere: kurzzeitiger komplettverlust der gedächtniskapazitäten. von einer kurzen traurigkeit verschlechtert sich meine laune in bad mood, ich fahre den freund auf arbeit und mich dann auch und bin sogar schon um elf da. produktivität sieht anders aus. und so richtig lust hat man dann auch nicht mehr. der regen hört nicht auf, und manchmal gibt es so tage, da möchte man alles stehen und liegen lassen. zum trost habe ich mir ein brot gebacken und frischen kaffee in meiner neuen french press gebrüht. dann können wir uns über die stadtgrenze zunicken und kaffee in kleinen schlucken trinken, so ein bisschen einsam und doch nicht.

Zitat

Wir können vor lauter Angst nicht auf Zehenspitzen durchs Leben schleichen

Musik


Sophie Hunger
The Danger Of Light

Brandenburgische Wörter

(1) kaupeln (2) Plins (3) wa (4) lutschen (mit langem u) (5) nich (6) luntschen (7) tikschen (8) nüscht (9) zutschen (10) rückzu (11) schlurfen (12) schnurpsen

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