Freitag, 16. April 2010

es ist so ohne uns

Es fühlt sich seltsam an zu jemandem zu gehören, der weg ist. Und der nicht zurück kommt. Mit der Möglichkeit im Nebensatz, dass er nie wirklich da war, wird es nicht besser.

Und es fühlt sich seltsam an zu sehen, wie jeder zweite nur als Hälfte läuft.
An den leeren Stellen merkt man den Luftzug. Wie es sich über den Nacken zieht. Jeden zweiten. Dann funktioniert das mit dem Wärmeaustausch nicht mehr so, man atmet alles aus sich raus, aber nirgends hinein. Und dann kommt der Winter in dich rein und die Eisblumen und am Anfang ist es noch neu und aufregend wie mit dem ersten Schnee, aber nach den Wochen und Monaten sind die gefrorenen Seen wieder leer. Niemand juchzt und keiner kann mehr erste Spuren machen, weil alles voller verirrter Tappsen ist. Man schaut eventuell noch, welche passen könnten.
Und alle klammern ihre Finger an die Teetassen.



Es fühlt sich eben seltsam an.
Als wäre man Linkshänder und dürfte nur mit rechts schreiben.
Es geht schon irgendwie und man gewöhnt sich dran.
Nur ist alles voller Ecken und Kanten.

Text: © neon.de
Photo: © jonnistein / photocase.com

Zitat

Wir können vor lauter Angst nicht auf Zehenspitzen durchs Leben schleichen

Musik


Sophie Hunger
The Danger Of Light

Brandenburgische Wörter

(1) kaupeln (2) Plins (3) wa (4) lutschen (mit langem u) (5) nich (6) luntschen (7) tikschen (8) nüscht (9) zutschen (10) rückzu (11) schlurfen (12) schnurpsen

Suche

 

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
development